Luxemburg Marathon
Sonntag, Mai 28th, 2006Am 27.05.06 fand der Abend-Marathon in Luxemburg statt.
Mein erster Marathonlauf im Ausland und zugleich mein erster Premierenlauf!!!
Zur Premiere des 1. Europe ING Luxemburg-Marathon war ich komischerweise sehr aufgeregt, denn zum ersten Mal ging es für mich zu einem Laufevent ins Ausland. Zudem stand auch noch eine längere Autofahrt dorthin an, da ich nicht vorhatte über Nacht in Luxemburg zu weilen. Es sollte also ein ziemlich anstrengender Tag werden, mit nahezu über 20 Stunden ohne Schlaf, denn der Marathon in Luxemburg war als Abend-Marathon (18.00 Uhr) ausgeschrieben und da ich mir diese Veranstaltung als Vorbereitung für meinen zweiten 12-Stundenlauf ausgeguckt hatte, würde ich wohl ca. 4:30 Std. unterwegs sein, dazu noch duschen, umziehen und die Zielatmosphäre der anderen Läufer genießen (da das Parkhaus an der Strecke lag, öffnete es erst nach dem letzten Läufer), um dann schließlich noch ca. 2,5 Stunden nach Hause zu fahren. Gegen 3 Uhr am Morgen war ich dann im Bett.
Die Fahrt nach Luxemburg war recht angenehm und sehr gut ausgeschildert und in Luxemburg selber entschied ich mich dann doch für ein Parkhaus, welches keine 5 Minuten zum Start-/Zielbereich lag. Überhaupt wie alles, Messe, Startunterlagenausgabe, Kleiderbeutelabgabe, waren in einem großen Sportzentrum namens Coque untergebracht. Eine sehr schöne Veranstaltungshalle, die für die entsprechende Atmosphäre sorgen würde, aber dazu später mehr. Es mögen ca. 6000 Läufer gewesen sein, die sich für Halbmarathon, Marathon oder Staffel-Marathon gemeldet haben und die aus den unterschiedlichsten Nationen kamen, sei es, weil Luxemburg so günstig liegt oder weil so viele internationale Banken dort ihren Sitz haben.
Zumindest waren einige Gebäude sehr interessant. An einigen dieser Geldhäuser sind wir vorbeigelaufen, wie überhaupt die Strecke in Luxemburg sehr abwechslungsreich war, mal ging es durch einen Park, dann wiederum durch die Innenstadt, raus in die Bezirke, wieder durch einen Park, dann an imposanten Gebäuden vorbei, bevor es wieder einen der zahlreichen Anhöhen in Luxemburg in einem Wohnviertel wieder hinauf ging. Luxemburg ist ein anspruchsvoller Kurs und dient eigentlich nicht zur Überprüfung der eigenen Bestzeit, denn es geht ständig rauf und runter. Allerdings spornen und treiben die Zuschauer einen schon an, besonders im Zentrum, war der Bär los. Das Publikum war einfach klasse, sie waren zahlreich vertreten und unterstützen hervorragend. Ein Lob an die Luxemburger!!
Dazu noch die leicht beginnende Dämmerung und das dann doch haltende Wetter, bis auf kurzen leichten Nieselregen, passten zur Veranstaltung. Allein die Bengalischen Feuer, die angekündigt waren, habe ich vermisst, als es dann später doch sehr dunkel wurde und ich dem Ziel näher und näher kam. Ich war gut unterwegs, eigentlich zu gut, denn obwohl ich an jeder Verpflegungsstation eine Gehpause zur Aufnahme von Flüssigkeit und später auch Nahrung gemacht habe, bin ich dann doch in 4:17 ins Ziel gekommen. Besonders diese Pausen waren mir wichtig, denn beim 12-Stundenlauf darf ich da überhaupt nicht nachlässig sein, zumal ich meinen zügigen Verlust an Salzen kenne. Dennoch lässt mich diese Zielzeit für Brühl einiges erwarten, denn Muskulär gab es keinerlei Schwierigkeiten. Es war ein Erlebnis in der sich langsam abdunkelnden Stadt zu laufen und die dämmernde Atmosphäre zu spüren. Ein ganz anderes Gefühl als bei einem Start am Morgen oder zur Mittagszeit. Glücklicherweise hatte ich einigen lange Läufe zur späteren Nachmittagszeit trainiert, um so festzustellen, ob ich abends überhaupt noch fit bin.
Hätte ich geschwächelt, wären die Zuschauer genug an Motivation gewesen, wie überhaupt die ganze Organisation, incl. der Verpflegungsstellen und der „Straßenduschen“ für eine Premiere wunderbar funktioniert hat. Wer es international liebt und bei einem Ereignis dieser Art dabei sein möchte, der sollte den Weg nach Luxemburg nicht scheuen, vielleicht sogar zu einem verlängerten Wochenende.
In dieser großen Sporthalle, in der gut und gerne 5000 Zuschauer hineinpassen, war die Atmosphäre vor ca. 1000 Zuschauern noch einmal etwas Besonderes. Der Lauf in die Halle versetzte einen schon in Gänsehaut-Feeling, dazu noch die gute Stimmung, das Lichtspektakel, die Musik und die beiden Moderaten, (ein Rheinländer und ein Luxemburger) die persönliche Begrüßung im Zielbereich, egal ob in Deutsch, Französisch, Englisch oder Luxemburgisch. Sofern man alleine ankam, wurde die Nationalität und der Name laut verkündet. Alles in allem war dieses Spektakel im Ziel ein tolles Erlebnis. Wem das nicht reichte, konnte an den großen Anzeigetafeln den eigenen Zieleinlauf verfolgen und seinen Namen und die erzielte Zeit ablesen.
Danach hieß es schnell duschen und umziehen, damit ich mir dieses Spektakel bei den anderen Läufern anschauen konnte, denn schließlich musste ich eh bis kurz nach Zielschluss (00:05 Uhr) warten, denn meinen Wagen hatte ich in einem Parkhaus am Zielbereich abgestellt und dies öffnete erst nach Ablauf der max. Zeit von 6 Stunden für den Marathon.
Diese Zeit habe ich genossen, denn unermüdlich nannten die Moderatoren die Namen der Teilnehmer, begrüßten sie im Ziel, egal ob es die Läuferin aus Schweden war, der Franzose, der Holländer oder eben eine Deutsche Läuferin, eben international und das hat mir besonders gefallen.
Rundherum war es ein Marathon, der bei seiner ersten Auflage schon nahezu perfekt war, organisatorisch und atmosphärisch, macht Lust auf mehr, allerdings sieht mein Frühjahr in 2007 einen Abstecher nach Italien vor, aber lohnenswert auf jeden Fall. Die Rückreise war nicht wirklich anstrengend, denn das positive Gefühl hielt noch lange an, einzig der Dauerregen nervte etwas, aber das konnte ich verschmerzen, schließlich war dafür der Lauf nahezu trocken. ![]()