1. Hemsbacher-Silvester-Hardcore-Marathon am 31.12.2008
Eigentlich war dieser Marathon gar nicht geplant. Aber das sind meist eh die schönsten Läufe.
Abschluss in 2008 sollte der Decke-Tönnes-Quasselultra-Marathon in der Eifel sein. Sollte wohlgemerkt, denn leider packte mich eine Erkältung und somit ließ ich sicherheitshalber den Lauf ausfallen. Erst da wurde mir wirklich bewusst, das ich, toi toi toi, bis dahin noch nie einen Lauf wegen Krankheit oder Verletzung absagen musste!!!!!
Meine einzige Aufgabe bestand bis dato beim Kombinationswettbewerb der 105km in Köln, wo ich nach dem ersten Teilfinish des HM, mit den Inlinern gestürzt bin und nicht mehr aufstehen konnte. ;-( Aber das ist Schnee von gestern.
Geknickt von der Absage beim Decke-Tönnes war ich also schon.
Umso erfreuter und glücklicher war ich aber, als ich in meinem Posteingang eine Mail von (lauf)Joe fand, der von mir wissen wollte, „ob ich denn für 2008 schon genug hätte“?!?
Ich fühlte mich gut, die Erkältung war auskuriert, zudem hatte ich an Silvester frei, was blieb mir anderes übrig als zuzustimmen?!? Einzige Hürde war der kleine Teilnehmerkreis von max. 25 Teilnehmern beim 1. Hemsbacher Silvester-Hardcore-Marathon, des LT Hemsbach im Rhein-Neckar-Kreis!! Dank eines kleinen Hinweises bei der Anmeldung, das Joe mich auf den Lauf aufmerksam gemacht hat, war die Teilnahme schnell in trockenen Tüchern.
Einzige Bedingung war jedoch entsprechende Marathon- und Ultraerfahrung, denn der Kurs sollte nicht nur in 4 Runden a´ 9km und einer abschliessenden Runde über 6,3 km auf etwas mehr als die Marathondistanz führen, sondern auch über knackige 1200 Höhenmeter führen, die bei Temperaturen von saukalten ca. -6 Grad einiges an Substanz fordern würden.
Der gefrorene Waldboden machte mir nicht wirklich etwas aus, einzig bei den Bergabpassagen kam der harte Untergrund in den Beinen richtig an, hier fehlte dann doch etwas die federnde Wirkung.
Das kleine Starterfeld traf wieder voll in seiner Wirkung, übersichtlich, locker und wie in einer kleinen Familie, man kannte sich halt. Zumindest die anderen Läufer kannten sich zumeist, da sie entweder aus der Region Hessen/Baden-Württemberg kamen oder weil sie sich bei unzähligen Marathon-/Ultraveranstaltungen getroffen hatten.
Ich kam mir wieder vor, wie ein Anfänger oder der Frischling, mit gerade einmal 32 absolvierten Marathon-/Ultraläufen. *lach*
Joe sollte an dieser Stelle noch ein kleiner Glückwunsch übermittelt werden, denn in Hemsbach absolvierte er seinen 50. Marathon insgesamt und seinen 5 in den letzten 5 Wochen.
Ich habe ganz vergessen zu fragen, ob er eine Affinität zu der Zahl 5 im Moment hat?!? ![]()
Hier standen Läufer/innen am Start, deren Geschichten über Veranstaltungen wohl ganze Abende füllen könnten. Finisher von mehr als 100 oder teils 200 Marathonläufen waren hier in der Kälte an der Förster-Braun-Hütte in Hemsbach bei diesem Premieren-Marathon dabei.
Schade nur, das mind. 2 Läufer aus dem Saarland wegen der Wetterkapriolen (Eisregen) nicht anreisen konnten, denn eine Elke Streicher oder Marcel Heinig hätte ich gerne mal kennengelernt. Elke hat u.a. die TorTourdeRuhr (nonstop 230km) unter 34Std. als Gesamtsiegerin gewonnen und Marcel ist kürzlich Weltmeister über die 10-fach Triathlondistanz geworden!!!!
Vom Start weg geht es gleich bergauf und zieht sich in die Länge. Ich habe das Gefühl, das das ständige Bergauflaufen nicht aufhört. Erst nach ca. 3 km beruhigt es sich etwas und geht in der Ebene weiter, wirft dann Deinem Kopf ein paar Zuckerstückchen entgegen, indem er dich etwas Bergablaufen lässt, bevor es dann den Kreuzberg erst richtig stetig hinauf geht. Am dortigen Verpflegungspunkt angekommen, heisst es kurz ein Schwätzchen mit „unseren“ Versorgern halten, denn hier oben bei der Kälte diese „verrückte“ kleine Läuferschar zu verpflegen, fand/finde ich klasse!!!!! Wir kamen zwar durch den Rundkurs öfters (5 x) vorbei, aber dennoch waren sie über kurzweilige Gespräche dankbar und hatten auch den einen oder anderen Spruch parat. Ab hier ging es nun erst einmal richtig abwärts, nun kamen die bereits erwähnten harten Schläge wegen der fehlenden Federwirkung zutage.
Nach diesen ca. 1-1,5km hinunter kam natürlich noch einmal eine kleine Steigung, bevor es dann zum Abschluss der ersten 4 Runden hinunter zur Förster-Braun-Hütte ging, wo man den einen oder anderen Läufer treffen konnte, die/der hier wieder hinauf zur nächsten Runde startete. Aber egal wenn man wann wo traf, das Lächeln beim Treffen hörte nie auf!!! Halt doch alles etwas lockerer und weniger auf Zeitenjagd. Joe traf ich auch in der ersten und in der zweiten Runde. Wir waren beide wieder mit Kameras unterwegs und machten einige Bilder. Die Landschaft sah hier oben aber auch klasse aus, kalt, aber sonnig, bestes Laufwetter, bibber. ![]()
So zog die eine Runde nach der anderen an uns vorbei, wobei ich ab der vierten Runde dann doch etwas mit den kleinen Steigungen zu kämpfen hatte und mir die Bergaufpassagen geschenkt hatte und Gehpausen einlegte. 2 Gründe waren für mich hier ausschlaggebend, einerseits sind es nur knapp 10 Tage her, das ich erkältet war und andererseits bin ich für den 04.01.09 in Kevelaer gemeldet. Ich weiß, etwas verrückt, aber hätte ich das Gefühl gehabt, das mein Körper noch Erholung bräuchte, dann wäre ich nicht gestartet.
So hielt ich es auch mit der 5 und letzten Runde, die ebenfalls den Kreuzberg hinauf führte und dann am Verpflegungspunkt uns auf verkürztem Weg ins Ziel zur Förster-Braun-Hütte führte. Hier brannte schon das Lagerfeuer und die Starter des Silvesterlaufes warteten auf ihren Start. Es roch nach Bohnensuppe, die verführte schon beim Durchlaufen für die vierte und fünfte Runde!!! Obwohl ich selten Hunger nach einem Marathon- oder Ultralauf habe, aber Suppe geht irgendwie immer. ![]()
Das einzige, was ich im Ziel dann doch ein wenig vermisst habe, war die fehlende heisse Dusche. Das Angebot des frischen und kühlen Wasser zum Waschen habe ich dann doch dankend abgelehnt. Ich zog mich dann lieber komplett um und genoss die Suppe, die leicht scharf, sehr schnell wärmte!!!
Rückblickend auf diesen Lauf am 31.12.2008 habe ich gemerkt, das ich im Kreis der Verrückten, noch viel aufzuholen habe. ;-))
Grüße
Michael