Bödefeld + Mannheim -> zu enger Zeitplan (leider)

Der Zeitplan ansich war schon unheimlich eng und gewagt, dennoch wollte ich es ausprobieren. Die Idee ansich war schon verrückt, aber hey, gerade dies macht manchmal das Erlebnis zu etwas besonderem!!!! Als ich das erste Mal einen Doppelwettbewerb in Form von Halbmarathon + Marathon in Köln gelaufen bin, dachte ich auch, wie bekloppt bin ich eigentlich!!
Das dort noch andere Starter waren, machte mich dann doch wieder etwas normaler.

Nun ergab sich aber die Möglichkeit eines Starts am frühen Morgen und eines Starts am späten Nachmittag/frühen Abend. Zeitlich knapp, aber nahezu ideal, um eine längere Dauerbelastung auszutesten, gerade auch mit Hinblick auf den Etappenlauf.
So entschied ich mich dann für 2 Nachmeldungen am 09.05.09!!!

Um 9 Uhr wollte ich im Sauerland, beim Bödefelder Hollenlauf über die Marathondistanz starten. 10 Minuten nach 9 Uhr stand ich an der Startlinie und wurde per Quad von den Organisatoren den ersten Kilometer begleitet, bevor es dann in den Wald ging. (Der Routenplaner hatte mich ins falsche Dorf bei gleicher PLZ, Ortsnamen und identischer Straße geschickt. Leider nur knappe 10km am Routenziel vorbei. Der Nachteil bei Dörfern, die Postalisch zusammengehören, aber eben auf dem Land verteilt sind.

Glücklicherweise ließ man mich starten, denn “offiziell” hätte ich ja verspätet starten können und somit dem ersten Läufer den Platz streitig machen können, weil ich nach ihm los bin und er im Gefühl des Siegers doch nur 2. geworden wäre.
Ich versicherte ihnen, das ich das beileibe nicht drauf hätte und zudem am Abend noch in Mannheim starten wollte. Das klang wohl glaubwürdig.

So lief ich dann los, begleitet vom Quad durchs Dorf, um dann alleine in die Hügel des Sauerlandes zu laufen. Sehr schöne Gegend, oftmals am Rand der Hügel entlang, bei wiederum klaren und sonnigen Wetter!!!! Allerdings wird hier sehr viel mehr Holzwirtschaft betrieben, oder aber noch die letzten Ausmaße von “Kyrill” oder einem anderen Sturm verarbeitet. Viele Hügel sahen gerodet oder verwüstet aus. Eine knappe Stunde lief ich dem Feld alleine hinter her, bevor ich dann am Horizont die erste kleine 4-Gruppe entdecken konnte.
Ich lief auf und wir unterhielten uns, natürlich über “Kölle” und u.a. das bevorstehende Fußballspiel in Hoffenheim.
Hügel rauf und Hügel runter, die spürten eine größere Belastung als bei der Harzquerung und die Strecke war intensiver als beim vergleichbaren Rothaarsteig-Marathon, der ebenfalls im Sauerland ist.
Unterwegs traf ich dann noch weitere Läufer und viele Wanderer, die auf der Marathondistanz wanderten. Bei den weiteren Strecken von 67km und 101km waren ebenfalls Läufer + auch Wanderer unterwegs, teils früher gestartet. Läufer um 06.30 und Wanderer am Tag zuvor!!!

Auf jeden Fall waren sehr viele unterschiedliche Altersklassen unterwegs, was mich sehr verwunderte, denn auch Jugendliche waren unter ihnen!!!
Der steile Anstieg zur Honau verlangte bei KM 30 noch einmal alles!!!
Dafür war der Rundumblick kurz danach wieder Belohnung der leichten Qual.

Bei KM 35,5 traf ich eine Gruppe von Wanderern, die genüsslich die Veltins-Flaschen leerten!!! Hier gesellte ich mich dazu und prostete mit ihnen an. Eine sehr lustige Truppe war das.
Die Überlegung einer Wanderung ist gar nicht so abwegig. Ich sollte mich vielleicht mal mit “Martinwalkt” in Verbindung setzen. ;-)

Im Ziel angekommen, wollte ich so schnell wie möglich meine Medaille haben. Aber sie wurde mir verweigert, weil jeder persönlich mit Urkunde + Medaille beglückwünscht werden sollte. Eine sehr schöne und persönliche Geste, wie ich finde!! Allerdings für meinen Zeitplan unerwünscht.
Ich hatte also keine Chance und wollte mir dennoch die aussergewöhnliche Medaille nicht entgehen lassen, denn so ein kleiner Sammler bin ich mittlerweile doch geworden.
So ging ich also Duschen und ging voller Erwartung zurück, holte mir Urkunde und Medaille ab und war überrascht, das es mir nicht peinlich war, öffentlich beglückwünscht zu werden.
Wanderer kamen währenddessen ins Ziel, die u.a. 67km oder 101km gewandert waren und länger als 19 Stunden unterwegs waren. Klasse Leistung, alleine für den Willen ziehe ich meinen Hut durch die Nacht zu marschieren.
Erinnerte mich an meine Nächte, bzw. ließ mich leicht erschauern bei dem Gedanken, im August ganze 2 Nächte unterwegs zu sein.

Mittlerweile hatten wir 15 Uhr und der Weg nach Mannheim hatte sich erledigt.
Nahezu 3 Stunden würde ich brauchen und die Nachmeldung um 18 Uhr geschlossen werden, bei Startbeginn um 18:30 Uhr.

Vielleicht war es auch gut so, denn „verrückt sein“, muss auch Grenzen haben. *gg*
Interessant fand ich den Gedanken trotzdem.
Vielleicht ergibt sich ja noch einmal so ein Zufall. ;-)

Grüße
Michael

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